Q&A Part I - Surfing

Hello my friends,

first I wanted to say thank you for all your lovely messages with your questions, ideas and your own words. It feels a bit unreal to see how many people actually watch and trace my online appearance and how many people feel inspired or are curious how I live my life. I sorted the questions by topics and I will start with Surfing: my progress, frustration and motivation and also about my fears.

 

Vielen lieben Dank für eure zahlreichen Nachrichten mit Fragen und Ideen was ihr gerne in Zukunft von mir lesen möchtet. Und nachdem ich ja eigentlich Deutsche bin und ihr mir immer wieder eure Anregungen auf Deutsch schreibt, dachte ich mir, dass ich ab 2018 alle Artikel zusätzlich auch in meiner Muttersprache schreiben werde. Den deutschen Text findet ihr immer kursiv unter dem englischen Artikel. Viel Spaß beim Lesen, eure Julia

Progress - where I started and where I am now

I started surfing in June 2014 in Portugal at the exact beach where I still go surfing nearly every day so far. I always wanted to try this ´cool sport` that looked so easy and with a background of water sports - swimming, wind surfing and sailing - I was sure it would be easy-going. And I was so wrong. It took me not long to stand up for the first time but all the paddling and unknown movements made me felt sore and in the end I was so happy to be back on the beach. But I was hooked since the first try.

 

Meine ersten Surferfahrungen habe ich im Juni 2014 in Portugal gemacht, witzigerweise genau an dem Strand an dem ich heute mehrmals in der Woche surfen gehe. Ich war schon immer recht sportlich und bewegungsbegeistert und wollte schon immer surfen ausprobieren. Es sah einfach aus, `cool´ und in meiner Naivität war ich davon überzeugt, dass ich durch Schwimmen, Windsurfen und Segeln eh keine Probleme haben würde. Nach einer halben Stunde im Wasser paddelnd und sehr oft durchgewaschen hatte ich einen realistischeren Blick auf diesen Sport. Trotzdem weiss ich seit der ersten gesurften Welle, dass ich dieses Gefühl zu Surfen nie mehr missen möchte. 

The progress I made in surfing is okay I think, also that I live next to the ocean since nearly two years already is making a big difference. Don´t get fooled by my Instagram account. I don´t have a 365 day vacation - I have a regular job, with normal working hours in the office but where other people go running in the park I go surfing. 

I started surfing with a big foam surfboard and hated it! Within one year I changed for a Buster Egg 6´6 with 40l volume. 2016/17 I changed for a 5´11 surfboard from Sanctum with still a lot of volume. This board worked okaaaay for me and since April 2017 I surf my custommade pastelpink Baby from Buster with 5´10 and 24l volume. And since I own this board and surfed a lot with it, finally I can see some actual progress in technique and style. 

 

Ich selbst würde mich jetzt nach 4 Jahren langsam mal als Intermediate-Surfer bezeichnen. Allerdings bin ich mit solchen Titeln immer vorsichtig. Ich habe vor allem die letzten beiden Jahre seitdem ich in Portugal lebe sehr viel gelernt, ich bin aber natürlich in meiner freien Zeit auch viel gesurft. 

Angefangen habe ich mit einem dicken, fetten Foamboard und bis heute machen mich diese Boards echt aggressiv. Ich hab die Zeiten gehasst in denen ich dieses unhandliche Ding rumhieven musste. 2015 habe ich dann auf das Buster Egg 6´6 mit 40L Volumen umgelernt und dieses Board hat mir viel Freude bereitet. 2016/17 wurde es ein Sanctum 5´11 mit immer noch sehr viel Volumen und seit April 2017 habe ich mein custom-made Baby in pastelpink mit 5´10 und 24L Volumen und seitdem ich das surfe, mache ich deutliche Fortschritte. 

Since summer 2017 I also own a yellow 9´2 (maybe it´s also 9´0) longboard which I try to surf on calmer days. It´s a completely different feeling of surfing, more cruising,  and I will definitely keep learning it. 

 

Seit Sommer 2017 besitze ich auch ein 9´2 Longboard und lerne langsam mich damit sicher im Wasser zu bewegen. Longboarden ist für mich vom Gefühl her komplett anders, mehr gleiten und cruisen und so wahnsinnig entspannt. Ich werde an kleineren Tagen in Zukunft bestimmt öfter damit surfen gehen, weil es mir wirklich sehr viel Spaß macht. 

Frustration and Fear - negativity is your enemy

Picture by Ricardo Santos Luís
Picture by Ricardo Santos Luís

This part of the article is my favorite part. To understand my view better I will tell you something about me. I was always very good in sports, winning a lot of competitions in school, athletics, swimming and skiing and I was used to it because it was so normal for me. I can´t cope well with criticism and losing. If i didn´t won I always felt like a loser, because in my eyes I didn´t do my best. And surfing helped me improving this unflattering character of mine. Surfing was hard and is still hard for me. I´m not a natural and my so called ´talent´ is hard work and hundreds of bad hours. And yes, surfing shouldn´t be about feeling bad! But I did so often. I was angry with myself, I sometimes catch myself the head full of negativity till today. And why? Because I always compare myself to people way out my skill level. I know, that I can´t surf like someone who did this sport his whole life but I wish I could. And instead of concentrating on myself in this situations, on this beautiful moments out in the line-up, surround by waves, your friends and happiness I destroy every positive feeling with my grumpiness. And I had to learn to not giving this negativity too much room in my head. 

 

In my time as surfer I kicked my surfboard I don´t know how often, I cried in self-pity on the beach or in the line-up, I was so angry and full of hate that I had so bad vibes I intoxicated my whole surf-squad. I wanted to never ever surf again so often, sell my boards and throw away everything that is surf-related and quit. Yes, this is unflattering and this behavior is the worst! And since I am not quitting I tried to fight back with love for myself and others. I try to be happy now in the water, be proud of the waves that are good and learning from the ones were my performance was not so good. I try to be calm, happy and concentrated. I cheer for people when they get good waves. And even when I just paddle out and don´t get one single wave I see it as improvement. 

 

I also learned how to cope with my fears in the water. Since the beginning I am always afraid of bigger waves. Not the height or the wave as a whole but of the lip crushing down on me. I still am, but I try not to think about it anymore. My second biggest fear was the last wave, the shore break. I am always afraid that the last wave spits me and my board on the beach, crushing my head on the board. It´s a bit stupid because in the last 4 years nothing happened so far. The last fear I had was when I learned how to duck dive. In the beginning I was so afraid! And now it´s completely natural to push my board and me through or under a wave. 

 

Ich weiß nicht wie viel ihr schon mitbekommen oder gelesen habt von mir, ich erwähne in vielen Artikeln gerne meine Unsicherheiten und Ängste und natürlich bin ich auch beim Surfen nicht davor gefeit. Ich habe leider diese unglaublich unsympathische Charaktereigenschaft, dass ich weder ein guter Verlierer bin, noch dass ich besondern gut mit Kritik umgehen kann. Ich war mein ganzes Leben immer gut in allen Sportarten die ich gemacht habe und bin aus vielen Wettbewerben immer auf dem Siegertreppchen rausgekommen. Schwimmen, Leichtathletik, Skifahren und die ganzen Schulsportarten. Gewinnen fiel mir immer sehr leicht und verlieren war ich nicht gewohnt. Und wenn ich verloren habe, war ich immer sauer auf mich, weil ich nicht mein Bestes gegeben habe. Jetzt beim Surfen musste ich das erste Mal richtig lernen mit dieser Charaktereigenschaft umzugehen.

 

Natürlich kann ich nicht gleich surfen, wie jemand der das sein ganzes Leben macht, aber ich war trotzdem sauer wenn etwas nicht geklappt hat. Statt die Situation im Line-up zugenießen, glücklich zu sein und Spaß zu haben, habe ich mich durch meinen Perfektionismus selbst kaputt gemacht. Natürlich steht man sich im Weg wenn man kein gutes Wort für sich selbst übrig hat, wenn man eifersüchtig ist auf das Können anderer. Unkonzentriert, unglücklich und unmotiviert kann man nicht surfen. Und das musste ich leider erstmal selber erfahren bis ich an mir arbeiten konnte. Ich hab schon mehrere Boards wütend auf den Strand gekickt, im Wasser oder am Strand geheult vor Wut und Frustration und wollte schon so oft alles verkaufen und wegwerfen was mit Surfen zu tun hat. Aber ich hab nie aufgegeben und gemerkt, dass ich meine Einstellung zu mir selbst komplett verändern muss. Ich versuche jetzt mich an allem was mit Surfen zu tun hat zu erfreuen und es gelassener zu sehen. Ich freue mich natürlich wenn ich eine gute Welle erwische und darauf eine gute Performance hinlege, aber ich schaue auch dass ich lerne warum eine andere Welle eben nicht so gut geklappt hat. Natürlich habe ich noch negative Momente, aber ich versuche dafür keinen Platz in meinem Kopf zu lassen und aus diesen negativen Gefühlen den wahren Grund herrauszufiltern und mich dann damit auseinanderzusetzen. Aber nicht beim Surfen, sondern mit einem klaren Kopf und einer Tasse Tee daheim und einem Notizbuch. 

 

Meine Ängste im Surfen sind immer abhängig von meiner Einstellung zu Problemen und wie viel Raum ich diesen Ängsten in meinem Kopf gebe. Ich habe schon immer Angst vor größeren Wellen gehabt, nicht vor der Größe der Welle an sich, sondern vor der Wassermenge die auf mich herunterkrachen könnte. Genause geht es mir übrigens im Shorebreak. Dort habe ich immer Angst mit meinem Board auf den Strand geschleudert zu werden und mein Board an den Kopf zu bekommen. Ich denke, dass liegt einfach am Kontrollverlust der Situation, dass das Meer mit einem macht was es will und da ich gern die Kontrolle habe über alles was ich tue, fällt mir das das Loslassen schwer. Eine andere schlimme Situation für mich war das Duckdiven zu lernen. Ich hatte so Angst vor dieser für mich unlösbaren Aufgabe, das Board und mich unter einer Welle durchzubekommen. Mittlerweile konnte ich diese Angst überwinden und habe nur noch Respekt vor größeren Wellen, egal ob ich sie jetzt durchtauchen muss oder ob ich sie surfe. 

Motivation - my Mindset

I know it´s hard to stay motivated on a daily basis, the average human is so lazy! And am also really lazy when it comes to surfing. Sometimes I even don´t want to get into my wetsuit because I feel already exhausted just from the thought of putting it on! And with this attitude you can´t have fun! 

So I always try to create a small `event´ just for me! And I don´t hesitate to combine these event with social media and my photography which helps me also to keep on track. When I go surfing I try to set as many positive little things around it. I normally prepare something to drink and a few healthy snacks while the batteries for my camera gear is filling up. I put everything I might need in the trunk of the car - bikinis, towel, socks, surfboards, fins - and go pick a wetsuit. Normally I also check the waves from my balcony and on the wave forecast. While driving to the spot I always need to listen to motivational music - for surfing that is normally a lot of surf movie soundtracks which inspire me to get out there and have fun. Wave check at the beach is especially celebrated by my boyfriend. I personally would prefer check one or two incoming sets and then going into the water. In the water I try to have as much fun as possible, while staying calm and focused on my technique and on my mood. Getting out of the water, getting into dry clothes and ending the session with some food or a little more time on the beach. 

 

My motivation for improving my surfing skills are related to my daily sport routine and I will write about it in another part of the Q&A. Otherwise this blog post would get really long. If you read till here, congratulations and see you soon again :) 

 

Ich bin nicht der motivierteste Mensch dieser Welt und außerdem oft einfach sehr bequem. Natürlich gehe ich gern surfen, aber manchmal wenn ich gemütlich auf der Couch liege und eine meiner Katzen mir nicht von der Seite weicht und der Wetterbericht und vor allem der Wellen-Forecast nicht so der Hit sind, tue ich mich ein bisschen schwer aufzustehen und loszulegen. Was mir immer hilft, ist aus einer Sache ein kleines Event zu machen. Und dann wird einmal surfen gehen eben zu einem Event mit vielen kleinen Schritten. Bisschen was zum Essen vorbereiten und Tee/ Eistee währenddessen laden meine Batterien für mein Fotoequipment. Dann packe ich alles was ich evtentuell brauchen könnte und noch mehr ins Auto und suche mir meinen Wetsuit nach Wetterverhältnissen aus. Musik darf natürlich auch nicht fehlen und wenn ich dann einmal am Spot angekommen bin, will ich eigentlich maximal ein, zwei Sets anschauen und dann sofort ins Wasser und lossurfen. Dabei versuche ich immer konzentriert und positiv zu bleiben um mir selbst nicht die Stimmung zu vermiesen. Wenn ich dann erschöpft aber normalerweise glücklich aus dem Wasser komme, freue ich mich, dass ich mich aufgerafft habe und beende die Session meistens mit Essen oder noch ein bisschen Zeit am Strand. 

 

Meine Motivation was meine Surf Skills angeht, werde ich in einem anderen Teil des Q&A bearbeiten, da das viel mit meiner Sportroutine verknüpft ist und das hier auch noch zu beschreiben den Rahmen sprengen würde. Ich freue mich ja wenn jemand von euch bis hier unten gelesen hat. :)

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Kommentare: 1
  • #1

    Dalal (Samstag, 13 Januar 2018 21:03)

    I love this article! You made me want to get back to it. You are rught it’s an emotionnally chalenging sport.